[Rundweg neuere Geschichte]

Dorstener Geschichte - Station 19: Zeitung in Dorsten

Die „Dorstener Zeitung" nimmt den runden Geburtstag zum Anlass, eine Geschichtsstation zum Thema Zeitung zu sponsern. Denn die größte Tageszeitung in Dorsten gehört zur Stadtgeschichte wie die Butter zum Brot.

Ende April ist die Station am Gebäude der „Dorstener Zeitung", Südwall 27, enthüllt worden. Die Tafel entsteht durch Initiative des Heimatvereins Dorsten und Herrlichkeit Lembeck e.V. in Zusammenarbeit mit der Geschichts-AG des Petrinum. Sie informiert über die wichtigsten Daten der Zeitungsgeschichte von der Entstehung des ersten Blattes im Jahre 1804 bis zur modernen Lokalzeitung der Gegenwart und setzt diese in Zusammenhang mit weltgeschichtlichen Ereignissen.



„Argus“, 1804

1804

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Der Dorstener Buchhändler und Buchbinder Karl August Schüerholz (1775 - 1831) verlegt die Zeitung „Argus, von politischen, gemeinnützigen und gelehrten Sachen".

Dorstener Wochenblatt - Erstausgabe

1848

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Der Buchbinder und Papparbeiter Mescher gründet in Recklinghausen die politisch gemäßigte Zeitung „Concordia", aus der 1851 das „Dorstener Wochenblatt" hervorgeht.

Pasteur ver­öffentlicht seine Arbeiten über Milchsäure und Alkohol­gärung.

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1857

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Mescher verkauft seine Druckerei und die Zeitung an Matthias Joseph Reichartz.

1863

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Franz Drecker, Lehrer am Petrinum, gibt die erste katholische Zeitung im Kreis Recklinghausen heraus, den „Dorstener Anzeiger". Die Zeitung erscheint 1866 mit dem Untertitel „Katholisches Organ für Stadt und Land".

1903

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Verlegertochter Katharina Reichartz, die seit dem Tod ihres Vaters 1897 die Geschäfte führt, leitet den Umzug der Druckerei an den Südwall.

1913

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Reichartz verkauft das Unternehmen an Joseph Weber. Die „Dorstener Volkszeitung und Wochenblatt" (Umbenennung 1909) erscheint nun täglich.

Verlagshaus am Südwall um 1925

1923 - 1925

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Während der französisch-belgischen Besetzung darf die „Dorstener Volkszeitung" zeitweise nicht mehr erscheinen.

Japan tritt aus dem Völkerbund aus.

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1933 - 1934

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Die dem Zentrum nahe stehende „Dorstener Volkszeitung" muss sich der national­sozialistischen Gleich­schaltungspolitik beugen und auf den Kurs der NSDAP einschwenken. NS-Blätter wie der „Generalanzeiger" und die „Nationalzeitung", die auch mit einem Lokalteil erscheinen, können die Dominanz der „Dorstener Volkszeitung" bis 1945 nicht brechen.

Verlagshaus beim Einmarsch der Alliierten 1945

1945

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Julius Hülswitt pachtet die Druckerei und den Verlag von Joseph Weber. 1949 schließt er sich den Ruhr-Nachrichten (Dortmund) an. Die „Dorstener Volkszeitung" heißt nun „Ruhr-Nachrichten - Volkszeitung für Dorsten und die Herrlichkeit".

Der ameri­kanische Bürger­rechtler Martin Luther King wird von einem Un­bekannten erschossen.

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1968

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Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung" erscheint mit einem Lokalteil für Dorsten.

Nach dem Tod General Francos endet in Spanien die Diktatur.

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1975

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Die „Ruhr-Nachrichten" übernehmen den Verlag der „Dorstener Volkszeitung / Dorstener Zeitung".

Der Ost-West-Konflikt wird offiziell beigelegt.

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1997

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Die Tageszeitung „Ruhr-Nachrichten" führt am Ort den Namen „Dorstener Zeitung".

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Daten und Fakten

Eröffnung - 29. April 2004

Adresse - Dorstener Zeitung, Südwall 27

Geodaten - 51°39'32.2 6°57'55.1



Eröffnung im Jahre 2004

200 Jahre „Zeitung in Dorsten“. Das ist ein Grund zum Feiern.