[Rundweg Religion]

Dorstener Geschichte - Station 1: Franziskanerkloster

Die Brüder in Dorsten sind zwar alle aus dem „aktiven Leben“ ausgeschieden, sie
sind aber keineswegs inaktiv. Viele seelsorgliche und andere Verpflichtungen
fordern weiterhin ihren vollen Einsatz, trotz ihres Alters.

- regelmäßige Messen in der Klosterkirche und Gelegenheit zur Beichte
- Gottesdienste im Krankenhaus und im Seniorenheim St. Anna
- geistlichen Vorträge für die Ordensschwestern in der Umgebung von Dorsten
- Aushilfen in den Pfarreien und die Übernahme von Sondergottesdiensten
- An allen Werktagen erhalten Bedürftige und Nichtsesshafte an der
Klosterpforte Speise

Die Franziskaner fühlen sich mit der Stadt Dorsten und ihren Bewohnern
verbunden und umgekehrt die Dorstener mit den Franziskanern.



Bartolomëu Diaz umsegelt das Kap der Guten Hoffnung.

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1488

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Nachdem Papst Innozenz VIII. sein Einverständnis erklärt hat, stimmt der Kölner
Erzbischof Hermann IV. dem Vorhaben zu, dass die Franziskaner-Observanten “zu
Dorsten ein neu Kloster anfangen, dazu sie eine Capelle nehmen, daraus fürder
eine Kirche zu bauen.”

Die “Neue Welt” wird unter Spanien und Portugal aufgeteilt.

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1493

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Das neue Kloster ist so weit fertiggestellt, dass vierzehn Priester, vier Brüder, ein
Diakon und ein Subdiakon darin wohnen können. In den nächsten Jahren wird die
Kirche erbaut.

Galileo Galilei wird zum Widerruf seiner Erkenntnisse gezwungen.

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1633

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Nach der Besetzung der Stadt durch die Hessen müssen die Franziskaner Dorsten
verlassen.
Das Kloster wird zur Aufbewahrung von Kriegsmaterial und Vorräten genutzt.

Schulgebäude des Gymnasiums Petrinum 1642

1642

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Nachdem die Truppen des Kaisers 1641 die Stadt für den Erzbischof von Köln
zurückerobert haben, kehren die Franziskaner in ihr Kloster zurück. Gemeinsam mit
der Stadt Dorsten gründen sie das Gymnasium Petrinum.

Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation werden die geistlichen Fürstentümer aufgehoben und viele Klöster aufgelöst

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1803

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Das Dorstener Kloster bleibt bestehen, doch darf es bis 1843 keine Novizen
aufnehmen.

Auseinander­setzungen zwischen Bismarck und der katholischen Kirche (Kulturkampf).

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1875

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Das Kloster wird geschlossen. Der damalige Provinzial Pater Gregor Janknecht aus
Kirchhellen gründet zwei Ordens­provinzen in den USA und ab 1891 zwei in
Brasilien.

1887

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Der Orden nimmt seine Tätigkeit wieder auf.

1902/ 1903

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Das Kloster, das bis zum Ende des 2. Weltkrieges die Ordens­hochschule (Theologie
und Philosophie) beherbergt, wird neu erbaut.

Die “Vereinten Nationen” (UNO) werden gegründet.

Das Kloster vor der Zerstörung

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1945

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Kirche und Kloster werden durch den Luftangriff der Alliierten am 22. März völlig
zerstört.

Der Arzt Albert Schweitzer erhält den Friedens- nobelpreis.

Franziskaner­kirche 1952

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1952

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Die neue Franziskaner­kirche, unter Mithilfe der Bevölkerung erbaut, wird
eingeweiht.

In den nächsten Jahren verringert sich die Zahl der Franziskaner zunehmend und
das Kirchen­gebäude zeigt bauliche Mängel, so dass Kloster und Kirche kleiner
neu aufgebaut werden.

Das Folgetreffen der Konferenz für Sicherheit und Zusammen­arbeit in Europa findet statt.

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1977/ 1978

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Das neu errichtete Kloster und die Kirche werden eingeweiht.

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Daten und Fakten

Eröffnung - 18. August 2001

Adresse - Franziskaner-Kirche, Lippestraße

Geodaten - 51°39'40.0 6°57'48.2



Der Start war der 18. August 2001.

Bürgermeister Lütkenhorst begrüßt die Initiative des Clubs, die erste von über 30
geplanten Geschichtsstationen an dieser Stelle errichten zu lassen.

Nach der Einweihung der Geschichtsstation Franziskanerkloster sind sie mit ihren
Schülerinnen und Schülern Gäste der Franziskaner.

Unerwähnt bleiben darf nicht der sozial-caritative Dienst. An allen Werktagen
erhalten von 8:30 Uhr bis 9:30 Uhr 10 bis 15 Bedürftige und Nichtsesshafte an
der Klosterpforte Speise.


Zusätzlich bitten nicht wenige zu anderen Tageszeiten um eine Unterstützung.
Für beide Aktionen werden wir dankenswerterweise unterstützt von der Bäckerei
Imping mit Brot und regelmäßigen Geldspenden des ‚LC Dorsten Hanse‘ und von
vielen anderen, die gelegentlich eine Spende für diesen Zweck an der
Klosterpforte abgeben.



Darauf sind wir auch angewiesen; denn wir in Dorsten lebenden Franziskaner
sind aus dem aktiven Arbeitsprozess ausgeschieden, haben somit als
Ordensleute keine festen Einkünfte. Wir haben aber alle ein Leben lang für den
Orden gearbeitet, der nun im Alter unsere Versicherung ist.


Abgesehen von zwei kurzzeitigen Zwangsauflösungen im 30-jährigen Krieg und
im Kulturkampf, sind die Franziskaner seit 1488 in Dorsten und zwar an dem
Platz, wo auch heute Kloster und Kirche stehen.