[Radtour Nord1]

Dorstener Geschichte - Station 46: Rose Brauerei

Die ehemalige Rose-Brauerei in Wulfen ist zwar schon seit Jahren Geschichte, dennoch gibt es bis heute noch zahlreiche Wulfener und Freunde der örtlichen Braukunst, die alles sammeln, was mit der ehemaligen Kult-Marke zu tun hat.







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Die Bahnlinie von Oberhausen nach Quakenbrück über Dorsten wird eröffnet. Sie ist eine wichtige Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und den Nordseehäfen.

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1879

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Der Wulfener Brauer Arnold Lohkamp gründet in Wulfen eine Landbrauerei. Im Jahre 1901 kommt es zur Bildung einer Aktiengesellschaft. Hauptaktionär wird Wilhelm Rose aus Essen.

1903

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Wilhelm Rose gründet mit seinem Geschäftspartner Friedrich Küppers das „Bürgerliche Brauhaus Rose & Comp., Wulfen“ als Offene Handelsgesellschaft. Die jährliche Bierproduktion liegt bei 5.600 Hektoliter.

25. Firmenjubiläum 1928

1920

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Emil Rose tritt als Teilhaber in die Leitung des väterlichen Betriebs ein. Durch Erweiterung und Modernisierung steigt die Jahresproduktion bis 1925 auf 60.000 Hektoliter. Der Bierversand erfolgt über einen Fuhrpark mit Pferden, einigen Lastwagen und mit der Eisenbahn.

Der amerikanische Pilot Charles Lindbergh überfliegt in seiner einmotorigen "Spirit of St Louis" den Nordatlantik nonstop in 33,5 Stunden.

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1927

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Rose-Bier wird auch in Flaschen abgefüllt. Nahezu sämtliche Wirte der Herrlichkeit Lembeck werden fast ausschließlich mit Rose-Bier versorgt. Insgesamt erstreckt sich der Kundenkreis vom Aachener Raum bis ins Emsland. Mit 80 Mitarbeitern wird der höchste Personalstand in der Firmengeschichte erreicht.

Garagen und Fuhrpark 1928

1934

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Der neu errichtete Brauturm mit dem markanten Schriftzeichen „ROSE-PILS“ wird zu einem Wahrzeichen von Wulfen.

1947

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Der Schwiegersohn Emil Roses, der Kaufmann Ludwig Heermann, tritt als Prokurist und späterer Geschäftsführer in die Firma ein. 1950 kommt mit Arnulf Rose die dritte Generation in die Firmenleitung.

Mit einem 3 : 2 Sieg über Ungarn wird Deutschland Fußballweltmeister.

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1954

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Emil Rose verstirbt während eines Erholungsaufenthaltes in Bad Reichenhall. Er hatte die Brauerei über drei Jahrzehnte erfolgreich geleitet, modernisiert und erweitert. Zugleich war der beliebte Firmenchef sehr heimatverbunden und in mehreren Vereinen.

Luftaufnahme der Brauerei um 1950

1957

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Arnulf Rose und Ludwig Heermann weihen ein neues Sudhaus mit einer jährlichen Kapazität von 11 Millionen Litern ein. Seit der Währungsreform 1948 hatte der Betrieb seinen Bierausstoß um 390 v.H. erhöht.

1987

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Wegen massiver Konkurrenz der Großbrauereien wird die Brauerei an den Essener Getränkegroßhändler Hans Droll verkauft. Anfang 1991 werden noch wöchentlich 30.000 Liter Bier gebraut.

1991

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Nach 113 Jahren wird die Bierproduktion im September überraschend eingestellt.

In elf Ländern der Europäischen Union (EU) wird der Euro als Zahlungsmittel eingeführt. Euroscheine und -münzen gibt es ab dem 1.1.2002.

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1999

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Das 13.000 m² große Brauereigelände gelangt in den Besitz der Dorstener Versorgungs- und Betriebsgesellschaft (heute WinDor) mit mehrheitlicher Beteiligung der Stadt Dorsten.

2004

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In Wulfen entsteht ein neues Zentrum mit dem Namen „Am Brauturm“ mit zwei Lebensmittelmärkten, verschiedenen Fachgeschäften, Praxen und Büros. Im ehemaligen Brauereigebäude befinden sich ein Restaurant und eine Eisdiele mit Außenterrasse. Ein 1.200 m² großer Platz in der Mitte dient als Veranstaltungszentrum.

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Daten und Fakten

Eröffnung - 17. September 2022

Adresse - Marktplatz vor dem Lokal

Geodaten - 51.716524, 7.011883



46. Geschichtsstation feierlich eröffnet

Am Samstagvormittag wurde am Wulfener Brauturm eine weitere Geschichtsstation in Dorsten offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Die Geschichtstafel zur „Brauerei Rose“ war eine Idee von Reiner Schulze-Tenberge.

Er ist Mitglied der Geschichtsgruppe des Heimatvereins in Wulfen und passionierter Sammler aller Sachen, die sich um die ehemalige Wulfener Brauerei drehen.

2 Kinder enthüllten die Station

Neben Bürgermeister Tobias Stockhoff war Dr. Josef Ulfkotte dabei. Er ist der Vorsitzende des Vereins für Orts- und Heimatkunde in Dorsten. Nicht fehlen durften natürlich auch die zahlreichen Mitglieder der Geschichtsgruppe des Wulfener Heimatvereins.