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Dorstens kleinstes Museum

Feierliche Eröffnung (von DZ Manuela Hollstegge - 04.07.2019)

DORSTEN. Die Ausstellung in der Dorstener Aak am Atlantis ist am Mittwoch eröffnet worden. 48 Arbeits- und Ausbildungssuchende haben das Schiff gebaut, Heimatverein und Lippeverband mit Leben gefüllt.

Seit Mittwoch stehen die Türen der Dorstener Aak am Atlantis weit offen und laden den Besucher ein, das Innere des Schiffsbauchs zu erkunden. Darin finden sie eine Ausstellung, die auf Fotos, in Texten und Nachbauten Einblicke in die Geschichte der Stadt, der Lippe sowie der Schifffahrt auf der Lippe.

„Erst haben wir nicht gewusst, wie wir so eine Ausstellung auf vergleichsweise geringem Raum hinkriegen sollen“, erzählte Dr. Josef Ulfkotte, Vorsitzender des Dorstener Vereins für Orts- und Heimatkunde, bei der Eröffnung am Mittwoch. Er und seine Mitstreiter überlegten, welche Themen sie anschneiden sollten, sammelten Fotos und schrieben Texte.

Mit viel Hilfe vom Lippeverband haben sie es geschafft, ein außergewöhnliches Projekt auf die Beine zu stellen. So erfährt der Besucher nicht nur etwas über die Vergangenheit der Lippe, sondern auch über die aktuelle Situation. Außerdem beschäftigt sich die Ausstellung mit der Schifffahrt an der Lippe sowie den Schiffsbauern.

Station für Touren
Aber nicht nur die Lippe ist ein Thema, auch die Geschichte von Maria Lindenhof sowie der Gahlensche Kohlenweg haben einen Platz im Schiffsbauch gefunden. Zahlreiche Bilder lassen die Geschichte lebendig werden. Besucht werden kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Atlantis. Die Aak soll auch eine wichtige Station von Stadtspaziergängen und geführten Touren der Stadtinfo werden.

Daniel Rausch und Heiko Wojciechowski haben in den vergangenen Wochen viel in der Aak gearbeitet. Sie kümmerten sich um den kompletten Innenausbau, brachten Zierleisten an, bauten Balken, strichen die Wände und dichteten Wasserlecks ab. „Es ist wirklich schick geworden. Wir sind jetzt aber froh, dass alles fertig ist - das war schon viel Arbeit“, sagte Daniel Rausch.

Er und sein Kollege gehören zu den insgesamt 48 Arbeits- und Ausbildungssuchenden des Bildungs- und Integrationsprojekts „Eine Aak für Dorsten“, die von Dezember 2016 bis Mai 2018 den Nachbau des historischen Lastschiffs im Bildungs-Centrum Nies realisiert haben. Projektträger war die Stadt Dorsten im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses „Wir machen Mitte“. Finanzielle Unterstützung gab es vom Land NRW, vom Arbeitskreis Jugend e.V. sowie vom Lippeverband.

50 Prozent in Arbeit
Positive Nachrichten hatte Roland Nies vom Bildungs-Centrum in dieser Hinsicht auch mitgebracht: „Von den 48 Teilnehmern konnten wir mehr als die Hälfte in Arbeit bringen. Das ist für so ein Projekt ein ganz tolles Ergebnis.“

Auch Bürgermeister Tobias Stockhoff fand bei der Eröffnung am Mittwoch nur lobende Worte für das Aak-Projekt. „Sie dürfen stolz sein auf dieses wunderbare Projekt“, sagte er. Stolz war auch Heimatvereinsvorsitzender Josef Ulfkotte. „Zu unserem Leidwesen gibt es in Dorsten kein stadtgeschichtliches Museum. Jetzt haben wir diese tolle Ausstellung – das ist ein Tag großer Freude für unseren Verein“, erklärte er.

Neben der Ausstellung wurde am Mittwoch auch eine Geschichtsstation vor der Aak enthüllt. Sie befasst sich mit der Schifffahrt und hatte vorher ihren Standort am Kanal. „Dort stand sie etwas auf verlorenem Posten“, so Ulfkotte. Eine weitere Tafel thematisiert die Entstehungsgeschichte der Aak.

Nun steht der Nachbau des Lastschiffes für alle Besucher offen. Dr. Emanuel Grün vom Vorstand des Lippeverbandes lud alle Interessierten ein: „Gehen Sie auf Entdeckungstour – es lohnt sich!“
Von Manuela Hollstegge

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