[Radtour Nord2]

Dorstener Geschichte - Station 50: Holzplatz

Der Holzplatz in Dorsten-Hervest ist ein Ort mit bewegter Geschichte. Vom Standort eines wichtigen Holzhandels über den Bau des Turmbahnhofs bis hin zum Verwaltungs- und Bildungszentrum spiegelt er die Entwicklung des Stadtteils über mehr als ein Jahrhundert wider.

Die Geschichtsstation macht diese Veränderungen sichtbar und erzählt von Handel, Infrastruktur, Kriegseinwirkungen und dem Wiederaufbau – bis hin zur heutigen Nutzung als Verwaltungs-, Schul- und Begegnungsort.



Der Kabelleger Faraday, der dem Unternehmen Telegraphen Bau-Anstalt Siemens & Halske gehört, verlegt die erste dauer- haft funktionstüchtige trans- atlantische Telegraphenleitung.

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vor 1900

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Die Kaufleute Johann und Ignatz Klapheck gründen zwischen der heutigen Bismarckstraße und der Straße Am Holzplatz eine bis 1935 bestehende Holzhandlung. Für den Standort bürgert sich die Bezeichnung Klapheckscher Holzplatz bzw. Holzplatz ein.

1913-1916

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Die bis dahin errichteten Bahnhöfe in Hervest werden durch einen
an den Holzplatz angrenzenden zentralen Turmbahnhof ersetzt,
der 1916 eröffnet wird.

Ehemaliges Postgebäude

1917

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In direkter Nähe zum Bahnhof entsteht ein zweigeschossiges großes Postgebäude mit hohem Halbwalmdach (heute: Moschee Fatih Camil des türkisch-islamischen Kulturvereins Diyanet).

1938

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Nach dem 1937 erfolgten Beitritt der Stadt Dorsten zum 1929 gegründeten Amt Hervest-Dorsten verlegt die Amtsverwaltung ihren Sitz von Wulfen auf den Klapheckschen Holzplatz.

Amtshaus-Baracke

1945

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Nach der kriegsbedingten Zerstörung des Rathauses in der Dorstener Innenstadt an der (heutigen) Klosterstraße – hier waren seit 1938 einige Abteilungen der Amtsverwaltung Hervest-Dorsten untergebracht – werden Teile der Amtsverwaltung am Holzplatz in Baracken ausgelagert.

1952

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Der Rat der Stadt beschließt, den stadteigenen Klapheckschen Holzplatz als Baugelände für ein neues Amtshaus zur Verfügung zu stellen.

Amtsverwaltung Hervest-Dorsten (seit 1975 Rathaus der Stadt Dorsten)

1957

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Die Amtsverwaltung Hervest-Dorsten bezieht das neue Verwaltungsgebäude am Gemeindedreieck. Die angegliederte Gaststätte „Ratsstuben“ wird seit 2001 als Bürgerbüro genutzt.

1960

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Nach 130 Jahren erhält die Berufsschule der Stadt Dorsten (heute: Paul-Spiegel-Berufskolleg) auf dem Holzplatz ihr erstes eigenes Schulgebäude, das in den nächsten Jahren erweitert wird.

In Mexiko-Stadt findet im Rahmen des Internationalen Jahres der Frau die erste UN-Weltfrauenkonferenz statt.

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1975

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Im Rahmen der Kommunalen Neuordnung wird das Amt Hervest-Dorsten aufgelöst. Die frühere Amtsverwaltung dient nun als Rathaus der neugegliederten Stadt Dorsten.

Kirche im Bahnhof

1983

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Das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Hervest-Dorsten dient der 1961 gegründeten Freien Christengemeinde fortan als Gemeindehaus.

1994

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In diesem Jahr erfolgt die Eintragung des Rathauses mit ehemaliger Bibliothek (heute: Cornelia-Funke-Baumhaus) in die Denkmalliste der Stadt Dorsten.

2008-2010

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Die Kirche im Bahnhof mit Foyervorbau wird vollständig saniert.

Jahr

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Die Neugestaltung des Platzes vor dem ehemaligen Bahnhofsgebäude wird mit der Bepflanzung des Rondells abgeschlossen.

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Daten und Fakten

Eröffnung - 25.09.2025

Adresse - Am Holzplatz

Geodaten - 51°39'08.9''N 6°57'17.8''E



Doppeljubiläum

Am markanten Standort Hervest wurde die 50. Geschichtsstation im Rahmen des Doppeljubiläums von 50 Jahren Kommunaler Neuordnung und 775 Jahren Stadt eingeweiht.

Eröffnung

Bürgermeister Tobias Stockhoff hielt die Eröffnungsrede, würdigte die Bedeutung der Geschichtsstation für die lokale Erinnerungskultur. Dr. Josef Ulfkotte sprach den Sponsoren Felix Holzwarth und Marco Landwehr seinen besonderen Dank für ihre engagierte Unterstützung aus.

Mit guter Musik

Die Einweihung war den Initiatoren diesmal eine besonders festliche Veranstaltung wert.

Hüpfburg

Mit Getränke- und Essensständen, Hüpfburg, Musik und einem überdachten Sitzbereich wurde der Anlass gebührend gefeiert.

Ditib-Moschee-Gemeinde