Dorstener Geschichte - Station 24: Zechensiedlung

Leben tobte am Brunnenplatz - der Pütt lag gleich um die Ecke - in direkter Nachbarschaft zur Zeche Fürst Leopold siedelten sich damals die Hervester Bergleute an. Am Montagabend wurde eine neue Geschichtsstation zum Thema Zechensiedlung übergeben - mitten im Herzen der Hervester Siedlung, am Brunnenplatz.

Die Generatoren der Freiwilligen Feuerwehr sorgten für gute Beleuchtung, brummten aber so laut, dass Bürgermeister Lütkenhorst seine Phonstärke deutlich erhöhen musste: "Nächstes Mal zünden wir Kerzen an", unkte er und dankte zuerst allen, die die Realisierung der 24. Geschichtsstation ermöglicht haben. Für Finanzierung und Organisation der 24. Geschichtsstation dem Lions-Club Dorsten Hanse und der Deutschen Steinkohle AG, für Recherche und Redaktion der Geschichts-AG des Gymnasiums Petrinum, für die diesmal Barbara Dirks, Imke Krause, Katharina Vukovic und Christina Dirks an den Start gingen.



1910 entstand östlich der Borkener Straße in Holsterhausen eine Siedlung für die Bergarbeiter der Zeche Baldur, ab 1914 wurde westlich der Borkener Straße die "Neue Kolonie" gebaut, die nach dem Zuzug von sächsischen Arbeitern "Sachsenkolonie" genannt wurde. Die Hervester Zechensiedlung wurde 1912 zwischen der heutigen Halterner Straße und der Lippe angelegt: An der Ostseite entstand der katholische Bereit mit Josefschule und Josefkirche, an der Westseite der evangelische Bezirk mit Augustaschule und heutiger Kreuzkirche. Am Brunnenplatz brummte das Leben: Hier gab es Markttage und Maikundgebungen, hier spielten die Kinder und ließen die Kumpels ihre Tauben in die Lüfte steigen.

Heute sind die Zechen dicht, die Arbeit liegt nicht mehr vor der Haustür. "Die neue Nutzung der Zechenfläche und die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze sind eine große Herausforderung", gesteht Lütkenhorst, dass der Strukturwandel noch nicht wie gewünscht gegriffen habe. Dennoch dürfe man den Ortsteil Hervest nicht schlecht reden: Durch Sanierung und Modernisierung habe die Siedlung einen ganz eigenen Charme entwickelt. "Die Geschichte der schönsten und größten erhaltenen Bergarbeitersiedlung im Ruhrgebiet muss lebendig bleiben, um Zukunft gestalten zu können", begrüßte auch der Pfarrer Dr. Hans-Udo Schneider die Geschichtstafel, von der er sich einen weiteren Impuls für den 2003 gegründeten Verein für Bergbau, Industrie und Sozialgeschichte verspricht.

Das am Brunnenplatz eingerichtete Begegnungszentrum förderte den Dialog unter den Menschen verschiedener Nationalitäten, die hier friedlich zusammenbebten und herzlich willkommen seien. Herzlich willkommen hieß auch die Interkulturelle Frauengruppe die durchgefrorenen Gäste, denen sie im Anschluss an den offiziellen Akt wärmenden Tee und Kaffee reichten. (Dorstener Zeitung vom 10.12.05)


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Daten und Fakten

Eröffnung - 08. Dezember 2005

Adresse - Brunnenplatz

Geodaten - N051°40'12" / E006°59'10"



Der Brunnenplatz mit Tordurchfahrt



Das Begegnungszentrum




Brunnen - Geschichtsstation im Hintergrund



die Geschichtstafel links