

Der ehemalige Schulleiter des Gymnasiums Petrinum, CDU-Kommunalpolitiker und engagierte Bürger ist am 11. Juni im Alter von 90 Jahren plötzlich verstorben. Mit Bernhard Sporkmann verliert Dorsten eine Persönlichkeit, die das öffentliche Leben der Stadt über Jahrzehnte hinweg geprägt hat.
Viele Jahre Lehrer für Latein und Geschichte
Viele Dorstener verbinden seinen Namen vor allem mit dem Gymnasium Petrinum. Dort wirkte der Oberstudiendirektor viele Jahre als Lehrer für Latein und Griechisch, als stellvertretender Schulleiter und ab 1989 als Schulleiter. Seine pädagogische Arbeit war von einer klaren Maxime geprägt: Schülerinnen und Schüler standen für ihn im Mittelpunkt. Ihnen Bildungschancen zu eröffnen, sie ernst zu nehmen und sie auf ihrem Weg zu begleiten, verstand er nicht nur als berufliche Aufgabe, sondern als persönliche Verpflichtung.
Christlich-sozialer Wertekompass
Dabei schöpfte der Altphilologe aus einer tiefen Verwurzelung in Sprache und Kultur der Antike. Seine religiöse Überzeugung und ein christlich-sozialer Wertekompass prägten sein Denken ebenso wie seinen Umgang mit Menschen.
Wer ihm begegnete, erlebte einen aufmerksamen Zuhörer, einen klugen Analytiker und einen Pädagogen, der Leistung und Freude am Lernen miteinander verbinden konnte, der eine Autorität war, ohne autoritär zu sein, eine Respektsperson, weil immer gerecht.
Während seiner Zeit in der Schulleitung erlebte das Petrinum wichtige Veränderungen. Zudem setzte Bernhard Sporkmann neue Akzente, indem er die Schule stärker nach außen öffnete.
Auch nach seiner Pensionierung im Jahr 1999 blieb Sporkmann seiner Schule eng verbunden. Er besuchte bis zuletzt Veranstaltungen, Jubiläen und Ehemaligentreffen, war dabei für alle ehemalige Kolleginnen und Kollegen und vor allem Schülerinnen und Schüler gern gesehener Gast.
Er verfolgte die Entwicklung „seiner“ Schule aufmerksam und blieb für das Kollegium ein wertgeschätzter Gesprächspartner – interessiert, manchmal kritisch, aber nie aufdringlich. Neben seinem Wirken im Bildungsbereich engagierte sich Bernhard Sporkmann früh in der Kommunalpolitik.
Bereits vor der kommunalen Neuordnung gehörte er ab 1967 der damaligen Stadtvertretung an. Nach der Gebietsreform war er von 1975 bis 1984 Mitglied des Rates der „neuen“ Stadt Dorsten und auch in vielen Fachausschüssen politisch aktiv. Für seine Verdienste wurde er mit der Ehrenplakette der Stadt Dorsten in Gold ausgezeichnet.
Eine besondere Rolle spielte Bernhard Sporkmann dabei für die CDU in Dorsten. Nach der kommunalen Neuordnung wurde er 1975 Gründungsvorsitzender des neuen CDU-Stadtverbandes. In dieser Zeit, in der die Stadt Dorsten erst noch politisch und gesellschaftlich zusammenwachsen musste, gehörte er zu jenen, die Verantwortung übernahmen, Orientierung gaben, diplomatisch die unterschiedlichen Interessen zu einem großen Ganzen zusammenführten.
Wer Bernhard Sporkmann kannte, erinnert sich jedoch nicht allein an Ämter und Funktionen. Sein Engagement reichte über Schule und Politik hinaus, als langjähriges Mitglied des Lions Clubs Dorsten-Hanse, den er mitbegründete, oder des hiesigen Vereins für Orts- und Heimatkunde.
Für immer im Gedächtnis bleibt eine charakterstarke Persönlichkeit, die klar im Wort war, verantwortungsbewusst, mit hintergründigem Humor gesegnet und von tiefer Menschlichkeit geprägt.
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