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Arsen und Spitzenhäubchen - Gift aus der Apotheke

Vortrag - Referentin: Marion Trotzer (von Peter Günther - 20.04.2017)

Giftmorde ereignen sich seit Anbeginn der Menschheit bis zum heutigen Tag; sie gehören zu den nicht aussterbenden Übeln dieser Welt.

Marion Trotzer sprach über die Historie und Entwicklung von Giftmorden und berichtete über berühmte Fälle.

Giftmorde haben eine lange Tradition und sind besonders bei Frauen beliebt. Nicht selten ist der lästige Ehemann das Opfer. Das Motiv: Gewalt in der Ehe, Eifersucht oder ein Liebhaber. Nicht zu verachten ist auch das eventuelle Erbe. Ein Giftmord ist raffiniert, heimtückisch und, wichtig für das "schwache Geschlecht", ohne Kraftaufwand in die Tat umzusetzen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war außerdem die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Giftmord nicht als solcher entlarvt wird.

Arsen gilt als die Königin der Gifte und ist wahrscheinlich an mehr Mordfällen beteiligt gewesen als jedes andere Toxin. Das geschmacklose Gift war schon im Mittelalter ein wirksames Mittel gegen Schädlinge, zum Beispiel gegen die Rattenplage. Mit diesem Argument konnten sich Hausfrauen in vergangenen Jahrhunderten einfach und ohne Verdacht zu erwecken, Arsen in der Apotheke besorgen. Seit 1832 kann man Arsen im Körper nachweisen. Die Folge: Es gibt kaum noch Arsen-Morde.

Anfang der 50er-Jahre sorgt ein neuer Stoff für einen spektakulären Kriminalfall: Mit einer heißen Stricknadel öffnet die Mörderin Cognac-Pralinen und ersetzt den Alkohol durch E-605, ein hochgiftiges Pflanzenschutzmittel. Danach streicht sie das Loch mit heißer Schokolade wieder fein säuberlich zu. Ihren Mann und ihren Schwiegervater hat sie bereits unbehelligt vergiftet. Da beide ohnehin schwer krank waren, schöpft niemand Verdacht.

Dann soll auch noch die Nachbarin dran glauben, weil sie ihr ständig moralische Vorhaltungen macht, ihren lockeren Lebenswandel kritisiert. Doch durch einen »Betriebsunfall« greift die Freundin der Mörderin nach dem tödlichen Schokostückchen. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein. Da die junge Frau aber völlig gesund war und auch noch ein Hund stirbt, der Pralinenreste vom Boden gefressen hat, fliegt die Sache auf.
Erstaunlicherweise wurde das Gift danach besonders häufig von Selbstmördern benutzt – vermutlich weil es kein Gegenmittel gab. Heute ist E-605 verboten.

Besonders in Geheimdienstkreisen ist das Töten mit Gift eine gängige Methode, unliebsame Personen mundtot zu machen.

Heute ist das Aufspüren giftiger Substanzen einfacher. Es gibt Verfahren mit Massen-Spektrometern, die selbst Millionstel Gramm einer Substanz nachweisen können. Mit Hilfe von Datenbanken lassen sich schnell 100.000 verschiedene Stoffe identifizieren. Trotzdem sind Vergiftungen immer noch eine Herausforderung für Rechtsmediziner.

Biologische Gifte etwa sind nach wenigen Tagen im Körper nicht mehr nachzuweisen. Andere Stoffe, zum Beispiel aus Medikamenten, werden immer unauffälliger. Beste Voraussetzungen, dass die Tat unentdeckt bleibt – könnte man meinen.

Den perfekten Giftmord hält denn auch der Toxikologe für reine Theorie – perfekt gibt es nicht, sagt er. Aber es gibt mit Sicherheit eine gewisse Dunkelziffer. Denn nach Gift wird nur gesucht, wenn ein konkreter Verdacht besteht.

Auch die anschließende Diskussion war sehr interessant. Der Präsident bedankte sich im Namen des Clubs für den Vortrag.

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