Dorstener Geschichte - Station 26: Schützenwesen

Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und Paul Schürmann von der Arbeitsgemeinschaft der Schützenvereine enthüllten am Westwall die 25. Geschichtsstation der Stadt. Sie ist dem Schützenwesen gewidmet.

"Wann steht man als Bürgermeister schon m al neben einem König?", fragte Bürgermeister Lütkenhorst am Samstagnachmittag. Ganz einfach: Wenn die 25. Geschichtsstation enthüllt wird, die zu Ehren des Schützenwesen in Dorsten errichtet wurde.

1487 war der erste Eintrag über einen Schützenverein der Stadt in den Büchern vermerkt. Wie lange es das Schützenwesen wirklich schon gibt, geht daraus leider nicht hervor. Tatsache ist aber, dass es um 1500 bereits drei Vereine, nämlich die Gilden der Georgs-, Jodokus- und Nikolausschützen gab. Letztere kümmerten sich eher um Festlichkeiten, während die anderen Wach- und Ordnungsaufgaben wahrnahmen. So halfen die Schützen 1587 auch den Kirchhellener Bauern, bei denen Unholde Felder und Vieh plünderten. Als Dank erhielten die Schützen alle sieben Jahre ein ganzes Schaf.


1804 war wahrscheinlich eines der dunkelsten Jahre für das Dorstener Schützenwesen, denn Herzog von Arenberg befahl die Auflösung der Schützengesellschaft und verbot das feierliche Vogelschießen. Erst 22 Jahre später wurden die Schützen unter Bürgermeister Luck reorganisiert und es fand unter dem Motto "Ruhe, Eintracht, Ordnung" wieder ein Schützenfest statt.

Harte Jahre kamen dann noch mal während der NS-Diktatur auf die Schützen zu. Um der Auflösung zu entgehen, mussten die Schützen sich mehr denn je dem Schießsport widmen. Schützenfeste wurden verboten und erst 1949 fand das erste Fest wieder statt. 1976 entstand die Arbeitsgemeinschaft der Schützen, in der aus allen 13 Vereinen Mitglieder an Projekten arbeiten und diesem Rahmen 1976 den ersten Stadtschützenkönig (Schützenkaiser) ermittelten.

Bürgermeister Lütkenhorst dankte in seiner Ansprache den Vereinen für ihr Engagement und meinte: "Gerade in der heutigen Zeit, wo Verrückte in dieser Stadt randalieren und Brände legen, ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die bestimmte Werte verkörpern." Das solle nicht heißen, dass die Schützen von nun an eine Art Hilfspolizei bilden, aber sie seien als moralische Vorbilder zu betrachten. "Wir schauen nicht weg, sondern wir schauen hin, denn es ist unsere Stadt", so der Bürgermeister am Ende seiner Rede. (Dorstener Zeitung vom 02.10.2006)


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Daten und Fakten

Eröffnung - 30. September 2006

Adresse - Ehrenmal, Westwall

Geodaten - N051°39'33" / E006°57'45"




Die Geschichtstafel vor dem Ehrenmal