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Umjubelte Rock-Oper mit Andrew Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar“

Gospel-Chor „Swinging Church“ begeisterte in der Marienkirche (von Dorstener Zeitung Jana Thiemann - 08.04.2014)

In Israel herrscht Not und Gewalt, Aufstände werden immer wieder blutig niedergeschlagen. Die Sehnsucht des Volkes nach Freiheit und Selbstbestimmung wird immer größer. Die Menschen hoffen auf einen Messias, einen Befreier. Und dann kommt Jesus – der Superstar.
In einer bemerkenswerten Inszenierung präsentierte der Gospel-Chor „Swinging-Church“ am Freitagabend das Beste aus der Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“.
Nicht oft war die Marienkirche so voll wie am Freitag Abend. 400 Zuhörer im Publikum und rund 120 Beteiligte im Chor, in der Band und im Orchester fanden sich in der Kirche zusammen. „Nach nur zweieinhalb Wochen waren wir ausverkauft. Das sind insgesamt 800 Karten“, freute sich der Sprecher des Chores, Gerhard Röhm.
Nach den großen Konzerten „Gospel klassisch anders“ und dem Jubiläumskonzert zum 15-jährigen Bestehen musste etwas Neues her. „Mit Jesus Christ Superstar von Andrew Lloyd Webber sind viele aus unserem Chor groß geworden. Seine Musik und seine kritischen Texte stellten uns vor eine große Herausforderung“, sagte der Chorleiter Hans-Jürgen Gromann.
Da die Rock-Oper ursprünglich für Solisten geschrieben wurde, mussten die Lieder für den Chor und für alle Musiker neu arrangiert werden. Und da hat Hans-Jürgen Gromann wahrlich große und beeindruckende Arbeit geleistet. Nach 18 Monaten der Planung und des Probens waren die 80 Sänger, fünf Bandmitglieder und 35 Orchestermusiker bereit für den großen Auftritt.
In Jesus Passionsgeschichte rückte Swinging Church das Beziehungsgeflecht zwischen Jesus, Judas und Maria Magdalena, gespielt von Hendrik Göppel, Siebo Linneberg und Sandra Behrens und Monika Noak, besonders in den Vordergrund. In 14 Stücken inszenierten die Sänger und Musiker Jesus Geschichte vom gefeierten Messias zum Gekreuzigten mit viel Gefühl, Rock und Power. Dabei war das Konzert keinesfalls gewöhnlich. Neben dem Gesang überzeugten der Chor und die Solisten mit Schauspiel und angepassten Kostümen – und vor allem mit gewaltigen Stimmtalenten.
Nach Stücken Wie „Heaven on their minds“ und „Everything“s allright“ spitzt sich die Situation um Jesus immer mehr zu. Judas befürchtet, dass dem Messias die Situation aus den Händen gleitet. Dazu kommt das Verhältnis zwischen Maria Magdalene und Jesus, die von Judas heftig kritisiert wird. Als Jesus in die Stadt Jerusalem einzieht, jubelt das Volk ihm zu. Das Lied „Hosanna“ verbreitet in der Marienkirche die positive Stimmung. Durch Judas Verrat wird Jesus verhaftet und die Herodes gebracht. In „King Herods’ Song“ verspottet Herodes, gespielt von Hans-Jürgen Gromann, Jesus, weil er seine göttliche Abstammung nicht beweisen kann. Mit einer Performance mit Tänzerinnen und im Glitzerjacket interpretiert Hans-Jürgen Gromann die Situation völlig neu.
Auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte stimmt der Chor dann das bekannteste Lied „Superstar“ an – und die Rock-Oper gipfelt in der Kreuzigung, einem tosendem Applaus des Publikums und stehenden Ovationen.

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